"Die Kraft der Vorstellung - als ob"

oft ist es im Alltag, dass ein Kind oder ein Jugendlicher oder auch ein Erwachsener sich etwas nicht zutraut- etwas scheinbar außer halb seiner bisherigen Möglichkeiten liegt.
KInder trauen sich manchmal nicht Jemanden aktiv anzusprechen, Jugendliche eine/n Freund/in um Hilfe zu bitten, Erwachsene etwas Neues zu wagen. 
Ich mache es dann so, dass ich erstmal frage: "Was könnte denn aller- allerschlimmsten Falls passieren wenn Du es wagen würdest?" Also so wirklich nach dem ganz Schlimmsten frage ich. In den meisten Fällen ist das dann schon gar nicht mehr so dramatisch wie es noch vorher schien und schrumpft im Angstbereich stark zusammen.

Danach kommt die erste Übungsanweisung: " Setz oder leg Dich mal entspannt hin und schließ Deine Augen und stell Dir jetzt mal vor: Jetzt beschreibe ich die Szene, wie sie ablaufen kann und wie sie positiv endet und in kleinen Details wie sich der Wagende in seiner Situation mutig einbringt. Wenn ich merke, er ist in die Szene eingetaucht stelle ich auch Fragen: Wie siehst Du gerade aus? Wie fühlst Du Dich? usw. bis die Aufgabe erfolgreich bewältigt wurde. 

Sinn der Übung ist, dass ich in meiner Vorstellungskraft, die ganze Situation schon mal wie in echt durchgespielt, durchgearbeitet habe und dadurch den Mut und die Kraft besser aufbringen kann sie tatsächlich umzusetzen.
Danach mache ich eine Daumenübung, anhand auch der, der noch zweifelt sich direkt überzeugen kann, dass er/sie das tatsächlich schaffen wird.
Nur durch die Vorstellung- "als ob" ich es schon getan hätte. Los gehts
 

 

"Welches sind die richtigen Werte (für mein Kind)?"

werde ich oft in ersten Gesprächen gefragt. "Ich weiß es noch nicht. Aber Sie wissen es bereits." antworte ich den Eltern dann.

Das "noch" steht nicht dafür, dass ich wie ein Detektiv auf Spurensuche gehe und herausfinde was zu dem Kind wohl passen könnte. Sondern ich weiß noch nicht welche Werte für diese Eltern eine Bedeutung haben. Die gilt es zu entdecken und das geht ziemlich schnell durch eine Übung oder entsprechende Fragen.

Es gibt immer Werte, die in Familien leben. Manchmal möchte man aber bestimmte empfangene Werte als Eltern nicht weitergeben an seine eigenen Kinder und oft kennt man einige gar nicht so genau weil sie sowieso wie selbstverständlich gelebt werden.

Eltern sind dann oft sehr überrascht, dass dies Lebenssituationen sind, in denen vieles ganz einfach ohne"großes Theater" läuft. Wenn ich Pünktlichkeit wichtig finde schaffen wir es als Familie so gut wie immer pünktlich zu einem Termin zu erscheinen - und alle ziehen mit. Wenn gesunde Ernährung als wichtige Wertvorstellung in mir lebt fragen Kinder nicht stündlich nach fastfood.

Was ist aber mit den Erbschaften aus der eigenen Kindheit, dem erblichen unverdauten Wertestrandgut, das wir mitbekommen haben? Woran erkenne ich das? 

Ich merk es immer dann, wenn ich ganz spontan "Nein" sage zu einem Wunsch oder ein Widerwillen sich bei mir weckt, ohne dass ich nachdenken muss. Dann ist da was ganz Tiefes, Altes was da spricht. Dann kriegen meine Kinder oft zu hören: "Ich kann mir das jetzt selbst nicht erklären warum das so ist. Ich weiß nur, dass es mir ernst ist"

Oft reicht das meinen Kindern, manchmal nicht und dann entstehen die spannenden Erlebnisse mit mir wenn ich auf Nachforschung gehe was da in mir ganz selbstverständlich abläuft. Welches Werteerbe hat da gesprochen? Was mach ich jetzt damit? Gehen Sie doch auch mal Forschungsreise beim nächsten spontanen "Nein".

Die richtigen Werte für die Kinder sind übrigens die, die sie aus guter Überzeugung leben - und die sind in jeder Familie anders.  Zum Glück

 

 

"Grenzen setzen (lernen)"

Welche Vorstellung von Grenze haben Sie? Eher die, einer Mauer mit einem Stacheldraht oben drauf und wer darüber schaut oder klettert wird erschossen? Vielleicht auch eher die, eines Flusses, der zwei Länder teilt oder fällt es Ihnen schwer sich eine Grenze überhaupt vorzustellen, oder....?
Ich merke, dass in der Erziehung der Begriff Grenze als etwas Notwendiges, aber nicht besonders Positives empfunden wird (auch bei den Lehrern). Welche Gedanken entstehen wenn Sie an Grenzen setzen denken? Oft höre ich Antworten wie:

Habe ich überhaupt die Berechtigung zu entscheiden, was ein Anderer tun darf und was nicht, Andere in ihrer Freiheit also einzuschränken!?
Ich zögere oft, denn ich habe Angst, dass ich dann distanziert wirke, unfreundlich oder nicht hilfsbereit?
Ich habe Bedenken um die Beziehung zu meinem Kind/Partner.
Ich will niemanden belästigen mit meiner Grenze.

Durch die vielen Gespräche mit Menschen, die mir ihre Sichtweise geschenkt haben, konnte ich mir mein Bild von Grenze entwickeln:

Ich habe in einem Garten ein Lieblingsbeet mit besonderen Pflanzen. Bevor diese aber zur Blüte kommen konnten, hatten die Rehe sie abgefressen. Ich dachte lange Zeit, das ist das natürliche Lebensrecht der Rehe, diese zu fressen. Eines Tages war mir bewusst, dass die Rehe auch satt werden, wenn sie anderswo gewöhnliches Gras oder Kräuter fressen können. Ich baute also einen schönen, natürlichen und lichten Holzzaun um mein Beet und schuf eine Schutzzone für meine mir wichtigen Blumen. Ich konnte sie endlich beim Blühen betrachten und mir bunte Zweige ins Haus holen bei Bedarf. Ich hatte etwas geschaffen, worin ein Platz für Freiheit und Fülle möglich geworden war. Ohne diese Grenze hätte ich mich vielleicht über diesen Reichtum niemals freuen können. Mein Grenze ist keine Mauer, sondern ein Zaun durch den der Wind wehen kann, kleine Tiere durchschlüpfen können, andere Pflanzen von außen ihre Zweige hineinstrecken können, oder ich kann auch lieben Besuchern die Türe öffnen und sie mit hinein nehmen. Für meine Umwelt ist klar: Dieses Beet pflege ich, das ist meine Verantwortung und sollte darin Unkraut wachsen, dann ist es meine Sache sich damit zu befassen.

Das ist mein liebevoller und kreativ entwickelter Blick auf meine "Grenze", mit dem ich klar und gutem Gewissen kommunizieren kann.

 

"Ressourcen sind Quellen, die vorhanden und schier unerschöpflich sind"

Kennen wir unsere Ressourcen? Die Quellen, die uns antreiben zu lernen, zu wirken, so viel zu bewegen und zu schaffen wie wir gar nicht gedacht hätten, dass wir können? Wenn wir uns manchmal selbst positiv überraschen über das was wir leisten können, dann war das eine unserer vielen Ressourcen. Unser Unbewusstes hat uns hoch motiviert angetrieben, ohne dass Irgendjemand oder Irgendetwas von außen beigetragen hat. Oft loben wir uns dann auch selbst für dieses überraschende Ergebnis oder den Prozess. Genauso verhält es sich auch bei den Kindern und sie freuen sich sichtbar über ihren Erfolg. Dafür sollten wir sie loben, denn Aktivität, die uns antreibt aus dem Unterbewussten schafft weiteren Hunger danach. Es beginnt sozusagen eine positive Motivationsspirale.

Also auf zum Wirbeln....

 

 

"Advent - die ruhige Zeit vor Weihnachten"

Ein müdes Lächeln ruft diese Aussage bei den meisten Müttern hervor und ein gequältes und fast hoffnungslos erscheinendes: "Schön wärs". Die Väter bemerken oft dazu: "Sagen Sie`s mal meiner Frau" - und dann geht ein Gespräch zwischen Alltagsorganisation und guten Absichten und manchmal auch Vorwürfen hin und her. Da hat die Ruhe keinen Platz. In vielen Familien ist es schwer zu dem vielen Alltag noch Oasen zu schaffen.
Wenn ich in meinen Elternseminaren die Frage stelle: wann hatten Sie als Kind glückliche Momente? dann kommt in den allermeisten Antworten die Advents- und Weihnachtszeit darin vor: Das Plätzchen backen, die Bratäpfel bei meiner Oma, die Lebkuchenbäckerei, der Winterspaziergang immer zu der gleichen Stelle im Wald, das Musik machen -alle miteinander usw...

Wir wissen es alle: Es sind die Momente der Zuwendung und der vielen Sinneserlebnisse die diese Momente zu Glückmomente machen. Sie kosten meistens kein Geld und sind der ganz private Weihnachtsmarkt zu Hause oder in der Natur.

Wenn ich in das Gefühl eintauchen möchte und mich vorbereiten will für meine Familie im Advent dann gehe ich bei Dämmerung alleine in den Wald für eine Stunde und erlebe wie die Stille mir Ruhe bringt. Das hilft mir.

Eine schöne ruhige Adventszeit wünsche ich Allen.

 

 

"Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift"

Diesen Spruch habe ich heute beim Schauen der Fussball-EM gehört. Ich war ganz begeistert und meinte zu meinen KIndern, dass ich den jetzt auch einführen werde. Trillerpfeife und bei Regelüberschreitung geht ein Pfiff los und dann wieder sofort zurück in die Ursprungssituation vor dem Übertritt. Den Gedanken fand ich kurzfristig sehr verlockend und bot ihn der Familie an. Wie einfach wäre doch so manche Auseinandersetzung und so manche lange Diskussion mit der 16-jährigen Tochter und ein Pfiff und alle wären sofort zum Essen am Tisch usw....
Dann holten mich aber alle schnell wieder zurück und meinten: "Mama, gerade Du hast uns doch so erzogen, dass wir mit Euch reden sollen über unsere Gedanken und Bedürfnisse. Du gibst uns zwar keinen Pfiff, aber Konsequenzen spüren wir auch. Logisch machen wir auch Sachen heimlich, aber nix Schlimmes, versprochen. Wir kennen unsere Grenzen, die brauchen wir auch, sonst wissen wir ja gar nicht was gut ist und was nicht." Vom... die Mama und der Papa erlauben alles und er findet das ganz doof, weil er das Gefühl hat es interessiert seine Eltern gar nicht was er macht. Er fände es besser, wenn sie auch mal was verbieten würden. Ist schon alles gut so, vergiss die Pfeife."
Ich weiß gar nicht mehr wie das Spiel ausgegangen ist, aber ich finde die EM gut, wenn sich solche Erkenntnisse beim Fussball zeigen können. Danke Schiri!

 

"Lernen macht Spass!!!

wenn Kinder und Jugendliche lohnende Ziele und Erfolge sehen und eigene Lernwege gehen dürfen.

Das MItschwingen von positiven Emotionen, wie Freude, Stolz auf eine gebrachte Leistung, Zufriedenheit über das Errreichen eines Zwischenziels oder der "flow" in einer Tätigkeit verbessern das Lernen erheblich.
Was uns emotional nicht positiv berührt, bekommen wir schlecht in den Kopf.

Wir sollten die natürliche Begeisterungsfähigkeit von Kindern fördern.

Die Frage lautet nicht: "Wie motiviere ich ein Kind? Sondern wie schaffe ich ein Umfeld und Situationen, dass das Kind seine natürliche Motivation zum Entdecken, seine Neugier ausleben kann?"